Innenansicht eines großen Bahnhofs mit hohen Decken und großen Fenstern, beleuchtet von vielen Deckenlichtern. Menschen bewegen sich durch die Halle, einige tragen Gepäck.

Lichtkonzept für den HB Zürich

1601 Wettbewerb Beleuchtung Zürich HB

Nächtliche Piazza für die Stadt Zürich

1871 wurde die Zürcher Bahnhofshalle erstellt. Damals, vor fast 150 Jahren, fuhren noch Dampfzüge in diesem rund 1800 m2 grossen Teil des Bahnhofs ein. Die bekannten Perrons kamen erst viel später dazu. Am öffentlichen Wettbewerb für ein neues Lichtkonzept haben 14 Büros aus dem In- und Ausland teilgenommen. Es galt, in einem Gesamtkonzept die drei Bereiche Bahnhofshalle sowie die Quer- und Perronhalle mit der Beleuchtung optimal zu interpretieren und zu inszenieren.

TAGESLICHT ALS LEITSCHNUR Die gemeinsam mit HHM Basel Elektro Engineering erarbeitete Lösung fokussierte auf ein integrales Lichtkonzept, das neue Orientierungsebenen für den Besucher, den Passagier aber auch für das SBB-Personal schafft. Ein wichtiges Element des Konzepts bildet der natürliche Lichteinfall. Die Perrons und die Bahnhofhalle profitieren am Tag von viel Tageslicht. Diese Tatsache war für die Entwicklung des Kunstlichtkonzepts wichtig. Das Konzept nimmt den Grundgedanken auf und führt ihn in die Nacht hinein. Bei Dämmerung wird das natürliche Licht verstärkt und die Tageslichtnutzung wird verlängert. Nachts wird die gewohnte Lichtführung des Tages für die Nutzer leicht verständlich weitergeführt. Durch digitale Lichtsteuerungen wird die optimale Nutzung der verfügbaren Tageslichtmenge gewährleistet. Mit einbezogen ins Konzept müssen auch Rahmenbedingungen der Auftraggeber. So bestehen z. B. zwingende Richtlinien und Regelwerke der SBB für die Beleuchtung von Bahnhöfen, Gleisfeldern und Tunnels.

DACH WIRD ZUM HIMMEL Ein zentraler Punkt zur Akzentsetzung stellt die grosse Haupthalle dar. Das Lichtkonzept sieht diese als grosse Piazza vor. Im Bereich der Überdachung wird das Dach nachts mittels künstlich erzeugtem Sternenhimmel optisch geöffnet und so eine Nachthimmelsituation simuliert. Jede Leuchte ist einzeln geschaltet und kann gedimmt werden, um einen möglichst realitätsnahen Nachthimmel zu erzeugen. Interessant sind auch die Überlegungen im Bereich der Perrons. Das Lichtband erfüllt dort zwei Funktionen. Zum einen wird die homogene Beleuchtung mit Simulation des Tageslichts gewährt. Zum anderen wird die Perronhalle mit der Architektur und Tragkonstruktion aufgehellt und akzentuiert. Es wäre möglich gewesen, mit steigender Beleuchtungsstärke von Anfang bis Ende des Perrons auf die Personenzahl zu reagieren. Ein anderer Vorteil dieses Szenarios ist, dass sich die Augen des Lokführers beim Einfahren des Zugs an die neue Lichtumgebung gewöhnen können. Die Bedeutung des Lichts wird an einem Konzept wie diesem sichtbar. Es sind weit mehr als nur technische Überlegungen, die das Gute vom Durchschnitt unterscheiden.

Leerer Raum mit Holzfußboden, weißen Wänden und einem schwarzen Stahlträger in der Mitte. Zwei weiße Türen und ein Fenster innerhalb der Wand sind sichtbar.

Umbau Reihenhaus von 1870

1306 Binningen Schmidlihof 8

Beim Umbau und der Sanierung dieses denkmalgeschützten Objektes lag das Hauptaugenmerk auf der gartenseitigen Südfassade. Um mehr Wohnraum zu schaffen, wurde der dortige Laubenbereich komplett in Richtung Wohnraum geöffnet und die Gebäudehülle nach aussen verlegt. In Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege wurde schliesslich eine komplett neue Holzfassade mit grosser Fensterfront entwickelt. Im Inneren ist die ursprüngliche Aussenwand nach wie vor als Trägerkonstruktion ablesbar.

Neben den dunkel abgesetzten Stützen aus rohem Stahl erinnern auch andere Elemente an die vormalige Architektur – ein Türsturz wird zur dekorativen Wandnische, ein Fenster zur Durchsicht in die – ebenfalls sanierte – Küche. Auffällige und schlichte Elemente wechseln sich dabei ab; die ursprünglichen Bauformen durchbrechen und rhythmisieren die neu geschaffene Wandfläche, während der Wohnzimmerboden aus dunklem Eichenparkett eine ruhige, homogene Fläche bildet. In Küche und Bad wurde sich für das umgekehrte Konzept entschieden, hier ist ein auffällig gemusterter Zementfliesenboden mit dezentem, modernen Mobiliar kombiniert. Anhand der bestehenden Substanz konnte so die Wohnfläche erweitert, aufgewertet und mit neuen optischen Impulsen bereichert werden.

Schwarz-Weiß-Bild eines modernen Gebäudes mit großen Fenstern, großen Containern und Bäumen im Hintergrund.

Wintergarten wird zu Atrium

2205 Frenkendorf Rebackerweg 9

Studie für den Umbau eines Einfamilienhauses.

Der Bestand beinhaltet drei Baukörpern aus unterschiedlichen Epochen und Konstruktionsweisen. Einen zweigeschossigen Gebäudeteil im Osten und ein dreigeschossiges Gebäude im Westen, die schliesslich zu einem Gesamtensemble verbunden wurden.

Kern unseres Beitrags ist die Verlegung der Kellertreppe in den Bereich des bestehenden Wintergartens. Die Decke über dem Kellergeschoss wird dafür geöffnet und es entsteht ein grosszügiges Atrium. Ausserdem wird dadurch eine kompakte Erschliessung erreicht und eine Option von zwei unabhängigen Wohneinheiten ermöglicht. Des weiteren wird die baugesetzliche Übernutzung im Erdgeschoss gelöst und sowohl Entrée als auch Sockelgeschoss durch einen lichtdurchfluteten Patio aufgewertet.

Modernes, leeres Wohnzimmer mit grauem Fliesenboden, weiß gestrichenen Wänden, einem abstrakten Kamin mit Holzscheiten und einem Durchgang zu einem anderen Raum.

Renovation Penthouse

1815 Binningen Bachmattenstr. 34

Bei diesem Schweizer Apartment aus den 70er Jahren musste ein Konzept für vergleichsweise kleine Wohnräume gefunden werden. Zum einen wurde sich auf die optische Vergrösserung konzentriert und in Entrée und Bad mit verspiegelten Wandflächen gearbeitet. Hierfür wurde gleichzeitig ein passendes Lichtprogramm entwickelt, das in seiner Reflexion die Raumspiegelungen aufnimmt und zusätzlichen Eindruck von Helligkeit und Weite generiert. Zum anderen wurden kompakte Lösungen geschaffen, um den architektonisch vorgegebenen Raum effektiv zu nutzen. So verbergen sich hinter einem Teil der Spiegelflächen praktische Schrankeinbauten und vor allem in der Küche ermöglichen kombinierte Einbauelemente, Nischennutzung sowie platzsparende Möblierung Bewegungsfreiheit und funktionales Agieren. Als Clou wurde magnetische Wandfarbe in Schwarz eingesetzt, um beispielsweise Notizzettel anzubringen und gleichzeitig die homogene Wandfläche zu bewahren. Daran anschliessend wurden die übrigen Wände in Weiss gehalten, von dem sich wiederum die dunklen Lampen absetzen. Die Kontrastierung von Schwarz und Weiss wurde auch in den übrigen Räumen fortgeführt; so sind die weissen Heizkörperlamellen im Retro-Chic erhalten und vor einen schwarzen Hintergrund gesetzt, auch im Kaminbereich finden sich helle und dunkle Elemente. Hier wurde zudem die ursprüngliche Kupferverkleidung aufgearbeitet und so eine natürliche Nuance beigefügt, die sich beispielsweise auch im Eichenholzboden und den passend darauf abgestimmten Fensterbänken findet.

Schema eines mehrstöckigen Gebäudes mit einer Gruppe von Menschen, die im Innenbereich stehen; im Vordergrund zwei Personen in Sesseln an einem Tisch.

Raum und Lichtplanung für die WIR Bank

1516 Basel Innere Margarethenstr. 2

Um möglichst grosse Pausenräume zu generieren, erwog die Bauherrschaft der WIR Bank eine komplette Schliessung des bestehenden Lichthofes.

Unser Konzept verzichtet auf die maximal mögliche Nutzungsziffer und gewährleistet mit gestaffelt organisierten Galerien einen Dialog auch zwischen den Etagen.

Der sich nach oben öffnende Luftraum lässt natürliches Tageslicht bis tief ins Gebäude eindringen und wertet die neu gewonnenen Begegnungszonen zusätzlich auf.

Lichtstudie zur Ermittlung des Tageslichteintrages auf den Galerien.